Phonetik (Thema 2.3): Pausen und Gliederung

Erklärungen und wichtige Regeln

Wenn man spricht, macht man ab und zu Pausen. Die Pausen sind wichtig, damit man vom Gesprächspartner richtig verstanden wird. Und natürlich braucht man auch Pausen zum Luftholen und Nachdenken.

Regeln

(1) Größere Pausen (//) macht man zwischen zwei Sätzen, etwas kürzere Pausen (/) zwischen Teilsätzen (bei , und „und“).

Vor drei Wochen bin ich nach Leipzig gekommen. // Ich studiere für zwei Semester an der Hochschule für Telekommunikation. // Die erste Zeit habe ich in einem Wohnheim gelebt.// Aber vor einer Woche habe ich eine kleine Wohnung gefunden. // Meine Wohnung hat ein großes Zimmer,/ eine kleine Küche / und ein Bad.//

(2) Auch innerhalb eines Satzes darf man kleinere Pausen machen, um Sinneinheiten (Wortgruppen) voneinander abzugrenzen.

Vor drei Wochen / bin ich nach Leipzig gekommen.

(3) Durch verschiedene Pausensetzung kann man manchmal den Sinn von Sätzen verändern:

  Bedeutung
Max sagt, / Thomas wird nie eine Wohnung finden. Thomas findet keine Wohnung.
Max,/ sagt Thomas,/ wird nie eine Wohnung finden. Max findet keine Wohnung.

Zur Realisierung von Pausen

  • Im Deutschen muss man manchmal relativ viele Wörter zusammenhängend sprechen, bevor man eine Pause machen darf. Manchmal liegen aber auch wenige Wörter zwischen den Pausen. Das heißt, die Pausen haben insgesamt keinen ganz regelmäßigen Abstand voneinander.
  • Wichtig ist, dass man nicht zu viele Pausen macht. Sonst klingt es so:

*Vor/ drei/ Wochen/ bin ich/ nach/ Leipzig/ gekommen.

Aber auch zu wenige Pausen sind falsch, so z.B.:

*Vor drei Wochen bin ich nach Leipzig gekommen. Ich studiere für zwei Semester an der Hochschule für Telekommunikation. Die erste Zeit habe ich in einem Wohnheim gelebt.

  • Befolgen Sie unbedingt die Tipps zur Akzentuierung (Thema 1) und zur Melodisierung (in diesem Thema).
  • Trainieren Sie, längere zusammenhängende Wortfolgen zu sprechen.
  • Zeichnen Sie sich in Texte Pausen ein. Lesen Sie die Texte mehrmals vor und probieren Sie aus, ob die Pausen an der richtigen Stelle liegen.

Erstellt von Kerstin Reinke, Herder-Institut (Universität Leipzig)

Zuletzt geändert: Montag, 12. Mai 2014, 12:57