Die wichtigsten Zeitformen der Verben

Die Zeitformen (Tempora) der Verben drücken aus, in welchem zeitlichen Verhältnis eine bezeichnete Handlung zum Redemoment steht.
Die am meisten gebrauchten Zeitformen sind:
- das Präsens
- das Perfekt
- das Präteritum
- das Futur
Das Präsens ("Gegenwart") bezeichnet in der Regel eine Handlung, die im Redemoment gerade abläuft.
Beispiel:
Frage A: Was machst du gerade?

Antwort B: Ich höre gerade Musik.
Ebenso kann das Präsens Allgemeingültiges ausdrücken.
Beispiel: Silber ist ein Metall.

Auch Vergangenes kann mit dem Präsens ausgedrückt werden, z. B. wenn man eine Darstellung besonders dramatisch gestalten will. Das sogenannte historische Präsens finden wir in Dokumenten zur Geschichte.

Besonders im mündlichen Sprachgebrauch können mit dem Präsens auch Handlungen bezeichnet werden, die in der Zukunft ablaufen werden.
Beispiel:
Frage A: Was machst du morgen?

Antwort B: Morgen gehe ich ins Konzert.

Das Perfekt ("vollendete Gegenwart") bezeichnet ein Geschehen, das in der Vergangenheit stattgefunden hat. Man möchte mit dem Perfekt-Gebrauch ausdrücken, dass dieses Geschehen abgeschlossen ist und sein Resultat in der Gegenwart noch von Bedeutung ist.
Beispiel:
Im Oktober 1997 habe ich geheiratet.

Vor drei Jahren bin ich nach Leipzig gezogen.

Das Perfekt wird aus einer Form der Hilfsverben "haben" bzw. "sein" und dem Partizip II (Perfekt-Partizip) gebildet.

Im Präteritum ("einfache Vergangenheit") wird über Geschehen und Handlungen in der Vergangenheit berichtet oder erzählt. Es wird bevorzugt in der Schriftsprache verwendet. Wir finden diese Zeitform in Märchen und Geschichten.
Beispiel:
"Es war einmal ..." (am Anfang vieler Märchen)

"Sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende." (am Ende vieler Märchen)

Aussagen im Futur I("einfache Zukunft") beziehen sich auf zukünftiges Geschehen. Aussagen über die Zukunft haben oft die Bedeutung von Vermutungen, Erwartungen.


Beispiel:
Morgen wird Sebastian wohl zu spät kommen. Er war bis 3 Uhr nachts in der Diskothek.

Manche Aussagen, die eine Vermutung ausdrücken, stehen grammatisch zwar im Futur, beziehen sich aber auf die Gegenwart.
Beispiel:
Frage A: Wo ist denn Maria?

Antwort B: Sie wird wohl schon zu Hause sein.

Das Futur I wird aus einer Form von "werden" und dem Infinitiv gebildet.

Konjugationsmuster des Verbs "lesen"


Präsens
Perfekt
Präteritum
Futur I
ich
lese
habe gelesen
las
werde lesen
du
liest
hast gelesen
last
wirst lesen
er, sie, es
liest
hat gelesen
las
wird lesen
wir
lesen
haben gelesen
lasen
werden lesen
ihr
lest
habt gelesen
last
werdet lesen
sie, Sie
lesen
haben gelesen
lasen
werden lesen

Konjugationsmuster des Verbs "hören"

Präsens Perfekt Präteritum Futur I
ich
höre
habe gehört
hörte
werde hören
du
hörst
hast gehört
hörtest
wirst hören
er, sie, es hört
hat gehört
hörte
wird hören
wir
hören
haben gehört
hörten
werden hören
ihr
hört
habt gehört
hörtet
werdet hören
sie, Sie
hören
haben gehört
hörten
werden hören

Zuletzt geändert: Dienstag, 13. Mai 2014, 12:31